3. Reisebericht: Colorful Colorado

19. September - 4. Oktober 2016

Jetzt wissen wir, warum Colorado so "colorful" ist. Langsam hält der Herbst Einzug und die Bäume beginnen sich zu verfärben. Die Wälder strahlen in gelb, orange und rot und wir erleben einen traumhaften „Indian Summer“ im Südwesten der USA.

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Fuhren wir in New Mexico noch permanent auf einer Höhe von 2.000 bis 3.000 Metern, sind wir in Colorado noch höher unterwegs. Der Höhenmesser klettert schon am zweiten Tag auf 3.500 Meter und unter 2.500 sind wir noch nicht gekommen. Man sollte meinen, dass es in diesen Höhen permanent kalt ist, doch mit dem Wetter haben wir Glück. Während des Tages steigen die Temperaturen auf bis zu 30 Grad in der Sonne und nachts ist es angenehm kühl zum Schlafen.
Unser erstes Ziel ist der Nationalpark „Great Sand Dunes“, die größte Dünenlandschaft der USA. Die Lage der über 200m hohen Dünen ist einmalig: vor einer Gebirgskette wurde über Tausende von Jahren Sand aufgetürmt und gibt ein grandioses Bild ab.

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Auf dem Weg zum Rocky Mountain National Park fahren wir durch ehemalige Bergbaustädtchen und die Ski- und Wandergebiete westlich von Denver. Zum Übernachten suchen wir uns ruhige Stellplätze in "National Forests", in den "State Parks" oder campen "wild" auf öffentlichem Land, was ausdrücklich erlaubt ist, denn "public land is your property".

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Wir haben Glück und die Rockies, das "Dach Amerikas", präsentieren sich von der sonnigen Seite. Die Panoramastraße durch das Naturschutzgebiet windet sich auf 3.700m hoch, so daß der Atem bei unseren Spaziergängen durch die alpine Landschaft schon knapp wird.

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Wir verlassen die Bergwelt Richtung Westen und wollen an der Grenze Colorado/Utah eine Panoramastraße am Zusammenfluß des Green und des Yampa River fahren. Doch es ist Herbst, das Wetter ändert sich schnell und wir erleben unseren ersten Schneeregen und fahren uns bei der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz fast im matschigen Untergrund fest.
Daher beschließen wir einen Abstecher nach Utah zum "Flaming Gorge" zu machen, einer wunderschönen Canyonlandschaft, die durch den aufgestauten Green River entstanden ist. Bei unserer letzten Reise vor rd. 20 Jahren hat uns diese Landschaft fasziniert und auch dieses Mal ist der Anblick der mit Wasser gefüllten einsamen Schluchten beeindruckend. Weniger begeistert uns das Wetter, denn es ist weiterhin kalt, es weht ein eisiger Wind und auf 3000m Höhe liegt der erste Schnee.

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Am nächsten Tag scheint zum Glück wieder die Sonne und wir starten einen zweiten Versuch, die Schluchten des Green und des Yampa River zu sehen. Dieses Mal erfolgreich.

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Durch ein schönes und einsames Tal geht es jetzt endlich Richtung Süden. Erneut könnten wir permanent anhalten und die farbenfrohe Landschaft fotografieren.
Wir wollen das "Colorado National Monument" kennenlernen, eine Schluchtenlandschaft die zum Colorado Plateau gehört und über dem Grand Valley liegt. Der 50km lange "Scienic Drive" führt entlang des Canyonrandes mit herrlichen Ausblicken in das riesige Tal und auf die tollen Felsformationen.

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Durch die Obst- und Weingegend des Grand Valley wollen wir weiter Richtung Süden und entscheiden uns für die landschaftlich schönere Strecke über ein Hochplateau mit einem traumhaften Herbstwald. Somit liegt unser Übernachtungsplatz an einem kleinen Bergsee wieder auf frischen 3.000 Höhenmetern.

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Unser nächstes Ziel ist der "Black Canyon of the Gunnison", der seinen Namen nicht von schwarzen Felsen hat, sondern von der bis zu 800m tiefen Schlucht, die so eng ist, dass die Seitenwände die meiste Zeit im Schatten liegen. Wir fahren den Canyon zunächst von der wenig erschlossenen Nordseite an und stehen nach einem kurzen Fußmarsch plötzlich an der Kante zu der gigantischen Schlucht - ohne Zaun oder sonstige Absperrungen. Und das in Amerika!

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Und wir treffen an der "Rim Road" Elisabeth und Kurt aus der Schweiz, mit denen wir vor drei Jahren in Bolivien gemeinsam den Salar de Uyuni bereist haben! Zwar wussten wir, dass die Beiden derzeit auf ähnlicher Route in den USA unterwegs sind, doch sich in diesem riesigen Land ohne Verabredung zu treffen ist der Wahnsinn und das Wiedersehen toll.

Weiter geht unsere Tour durch ehemalige Bergbaugebiete auf dem "Million Dollar Highway" in dem angeblich gold- und silberhaltiges Gestein verbaut wurde. In den Minen um Silverton wurden ab 1880 in rd. 30 Jahren für über 65 Mio USD Edelmetalle abgebaut.

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Zurück nach New Mexico

In der ersten Oktoberwoche sieht der Himmel über Albuquerque seltsam aus: dicke Schafe hängen am Himmel, eine Postkutsche segelt durch die Luft, Darth Vader hat das Fliegen gelernt und Hunde, Schweine, Elefanten und anderes Getier schweben ebenfalls zum Horizont. Jedes Jahr am 1. Oktober beginnt in Albuquerque die "International Balloon Fiesta", das weltweit größte Treffen von Heißluftballonfahrern.
Eigentlich wollten wir nach Moab in Utah aufbrechen und unsere Tour durch die berühmten Canyons beginnen, doch nach einem Blick auf das Datum und einem weiteren auf die Straßenkarte entscheiden wir, zuerst einen 800km Abstecher zu machen und erneut nach New Mexico zu fahren. Gestartet wird nur bei idealem Wetter, d.h. wenig Wind und klare Sicht, doch unseren Anfahrtstag verbringen wir komplett im Regen. Somit hoffen wir, dass unsere Tour nicht umsonst ist.
Und das Wetter passt! Schon vor Sonnenaufgang starten die ersten von ca. 300 Ballons pro Tag und geben ein grandioses Bild ab. Wir stehen inmitten der Ballons, schauen begeistert den Startvorbereitungen zu und erleben einen wahrhaften Massenstart von Heißluftballons.

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Unglaubliche Flugobjekte

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