2. Reisebericht: New Mexico

13. - 19. September 2016

Wir reisen weiter nach New Mexico, das sich "Land der Verzauberung" nennt. An unserem ersten Ziel, den berühmten Carlson Caverns, funktoniert leider der Aufzug in die Tiefe nicht und über 250m im Halbdunkel steil bergab in die Höhlen steigen, ist für Bernd's Knie nicht empfehlenswert. Somit ziehen wir weiter, übernachten wieder in einem State Park, montieren unsere 20. Flagge am Toyopedi und steuern unser nächstes Ziel an, Alamogordo.

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Alamogordo ist bekannt für den Militärstützpunkt Holloman Airforce Base, an dem auch deutsche Kampfpiloten ausgebildet werden, außerdem für das riesige Raketentestgelände. An der schmalsten Stelle führt ein vierspuriger Highway quer hindurch, auf einer Länge von 65 Kilometern, der natürlich bei Raketentests gesperrt wird. Auf der anderen Seite ist das Hauptquartier der "Missile Range" und ein Museum mit einem historischen „Rocket Garden“. Mit gemischten Gefühlen schauen wir uns Cruise Missile, Pershing, Patriot und einen Nachbau der Atombombe an, die 1945 über Nagasaki gezündet wurde.

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Wir übernachten an den Holloman Lakes, direkt zwischen Raketentestgelände und der Airforce Base, schauen den Piloten bei ihrem Flugtraining zu und genießen den wunderschönen Abendhimmel.

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Alamogordo ist auch bekannt für den White Sands Nationalpark, eine Wüste aus feinem, weissen Sand, gelegen an besagtem Highway im Raketentestgelände. Den wollen wir besuchen und haben Glück, denn am Parkeingang erfahren wir, daß morgen Raketentests stattfinden und dann Park und Highway geschlossen werden. Auch unser schöner Übernachtungsplatz würde nicht erreichbar sein.

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Es ist nicht mehr weit nach Roswell, so beschließen wir dieser Pilgerstätte aller UFO-Gläubigen einen Besuch abzustatten. Unterwegs passieren wir auf dem alten Einwanderertreck den Geburtsort von "Billy the Kid" und auch den Ort Capitan, wo einst der "Smokey Bear" gerettet wurde. Jedes Kind in den USA kennt Smokey Bear: in der Nähe von Capitan versuchte sich in kleines Bärenjunges vor einem Waldbrand in Sicherheit zu bringen und kletterte auf einen Baum. Der kleine Bär wurde leicht angesengt von der Feuerwehr gerettet und das Symbol für Waldbrandgefahr. Natürlich wurde er nach seinem Tod in Capitan beerdigt und der gesamte kleine Ort scheint aus Smokey Bear zu bestehen: „Smokey Bear Motel“, „Smokey Bear Bar and Steakhouse“, „Smokey Bear Museum“, „Smokey Bear Souvenirs etc.

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Ähnlich in Roswell. Hier soll es 1947 auf einer Farm den Crash eines UFO gegeben haben. Die angeblich einige Tage später gefundenen drei Aliens, von denen einer wohl noch lebte, sollen in die Area 51 nach Nevada gebracht worden sein.
Wir besuchen das UFO-Museum und Forschungszentrum. Der Farmer, der das UFO gefunden hatte, wurde vom Militär, das die Angelegenheit übernahm und das Gebiet absperrte, gezwungen, Stillschweigen zu bewahren. Auch dem lokalen Radiosender wurde aus Washington mit Entzug der Sendelizenz gedroht, sollten sie weiter berichten. Nachdem von offizieller Stelle zunächst der mögliche Absturz eines UFO gemeldet wurde, wurde dies kurz darauf dementiert und mitgeteilt, daß es sich um einen abgestürzten Wetterballon handelte und die drei gefundenen Körper Test-Dummys waren. Liest man aber die unzähligen Aussagen von Militärangehörigen, die aus dem Dienst ausgeschieden waren und teilweise kurz vor ihrem Tod noch die fraglichen Ereignisse bestätigt haben, sowie Augenzeugenberichte, Berichte von Ingenieuren zu Bodenuntersuchungen, Aussagen von Krankenschwestern und Ärzten, die das noch lebende Wesen gesehen haben, von Spezialisten, die das Material des Raumschiffes untersucht haben usw., kann man durchaus zu der Ansicht gelangen, daß es sich um eine riesige Vertuschungsaktion handelte, insbesonders aufgrund der Tatsache, dass der Vorfall seitens des Militärs und der Regierung über Jahrzehnte heftig dementiert wurde.

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Das Museum haben wir eher amüsiert betreten, nach dem Lesen der vielen zusammengetragenen Unterlagen und Aussagen, viele eidesstattlich erklärt, verlassen wir die Ausstellung doch ein wenig nachdenklich...
Vor dem Museum parken einige witzig umgebaute Autos, auf der Weiterfahrt geraten wir in einen Hagelsturm, der die Temperatur von 34 Grad Celsius auf 14 Grad fallen läßt, und stoppen kurze Zeit später, wieder bei tollem Sonnenschein, an den Ruinen einer spanischen Missionskirche.

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Wir wollen Santa Fe besuchen, die Hauptstadt von New Mexico, und umfahren Albuquerque auf der historischen Route 66 nach Norden. Unterwegs passieren wir kleine, romantische Orte, die den Charme der vergangenen Jahre widerspiegeln.

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Santa Fe ist eine völlig unamerikanische Stadt, zumindest was den Baustil der Häuser anbelangt, denn hier wird die traditionelle Bauweise der Pueblo-Indianer gepflegt. Die Häuser sind aus "Adobe" gebaut, einem Gemisch aus Lehm, Stroh, Sand und Wasser, typisch sind außerdem die abgerundeten Ecken und tragenden Holzbalken, die über die Wände hinausragen. Nicht nur im historischen Zentrum ist dieser Stil zu finden, auch Häuser in Wohnsiedlungen sind in dieser klassischen Lehmbauweise mit den runden Formen gebaut.

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Wir besuchen Taos, das am besten erhaltene Pueblo New Mexicos. Das Dorf ist die am längsten bewohnte Indianersiedlung der USA und die Einwohner leben aus Traditionsbewußtsein bis heute ohne Strom. Natürlich hat auch hier der Tourismus Einzug gehalten, doch die Privatspähre der Bewohner soll respektiert werden. Daher freut es uns, auf unserem Spaziergang auch in eine "private Stube" eingeladen zu werden.

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Wir verlassen New Mexico auf dem "Enchanted Circle", dem verzauberten Kreis, wie die Einheimischen die Bergwelt des nördlichen New Mexico nennen. Wir befinden uns bereits in den südlichen Rocky Mountains und durchgängig zwischen 2.500 und 3.000 Höhenmetern, was die Temperaturen nach Sonnenuntergang kräftig sinken läßt.Wir sind gespannt, wie "frisch" es in den nördlicheren Rockys wird.

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