5. Reisebericht: Nordmazedonien und Serbien

26. August - 5. September 2025

Mit knapp 26.000 Quadratkilometern ist Nordmazedonien etwas so groß wie Baden-Württemberg. Knapp 2 Millionen Menschen leben in dem kleinen bergigen Binnenland. Highlight im Süden und UNESCO-Welterbe ist die Ohrid-Region mit dem "mazedonischen Meer", dem Ohridsee. Der ist mit 350 qkm der zweitgrößte See des Balkan, mit knapp 300 Metern der Tiefste und gilt auch als einer der ältesten Seen der Welt.
Direkt daneben liegt in malerischer Bergwelt der Prespasee, der durch einen unterirdischen Abfluß mit dem Ohridsee verbunden ist. Wir finden an einem Aussichtspunkt einen schönen Übernachtungsplatz mit traumhaftem Blick auf den See.

  • Übernachtungsplatz mit Aussicht.
  • Ohridsee

Archäologische Kostbarkeiten finden sich in der Stadt Ohrid, einer der ältesten Städte der Welt. Eine römische Militärstraße führte durch die Stadt, unter osmanischer Herrschaft wurde die Stadt ein religiöses Zentrum und im ehemaligen Jugoslawien wurde der Tourismus am See organisiert und die Stadt erlebte ihren ersten Besucherboom. Die Altstadt zieht sich entlang des Seeufers den Hügel hinauf zur Festung.

  • Kirche Sv. Jovan Kaneo am Ohridsee, das beliebteste Postkartenmotiv Nordmazedoniens.
  • Schöner Platz am Ohridsee

Die landschaftlich schönere Route führt durch den Nationalpark Mavrovo mit Buchenwäldern und dem großen Mavrovo-Stausee. Ein Höhepunkt der mazedonischen Klosterkultur ist das fast 1.000 Jahre alte Kloster Sv. Jovan Bigorski an dem wir natürlich stoppen.

  • Denkmal für die Arbeiter des Staudammbaus.

Nahe der Haupstadt Skopje ist der Matka Canyon ein beliebtes Ausflugsziel und das merken wir schon bei der Anfahrt. Keine Chance unseren Toyo zu parken und ein Übernachtungsplatz ist wohl erst nach Sonnenuntergang zu finden wenn die Tagesausflügler wieder weg sind. Doch wir haben ja ein Expeditionsmobil und ca. 100 Höhenmeter über dem Trubel gibt es eine große Wiese die als Ausweichparkplatz in unserem Navi gekennzeichnet ist. Ein enger steiler Weg führt hinauf und wir sind wieder alleine und haben einen schönen Blick in die Berge.

Vor über 10 Jahren begann die damalige Regierung das Zentrum der Hauptstadt Skopje komplett neu zu gestalten. Das Projekt "Skopje 2014" sollte der Stadt ein neues "antikes" Image geben und es wurden viele neue Gebäude im barocken und neoklassischen Stil gebaut und unzählige Statuen, Brunnen und Denkmäler errichtet. Das Großprojekt war und ist nicht unumstritten und bei einem ersten Spaziergang durch das neue Zentrum sind auch wir einerseits fasziniert und andererseits abgeschreckt von der Gigantonomie mit der die strahlend weißen Paläste das neue Stadtbild beherrschen. Bei einem Blick hinter die prächtigen Kulissen stellen wir fest, das bei weitem nicht alle dieser Prunkbauten auch fertiggestellt wurden und Museen, Theater oder die Oper noch oder bereits wieder geschlossen sind.

  • Das Eingangsportal: Porta Makedonija
  • Der neue Hauptplatz Plostad Makedonija mit Alexander dem Großen
  • Prachtbauten am Ufer des Vardar
  • Kunstbrücke mit 29 Skulpturen

Erhalten blieb zum Glück die Altstadt mit ihren autofreien Gassen und Marktstraßen unterhalb der Festung, die zu einem gemütlichen Bummel einlädt.

  • Steinerne Brücke: Wahrzeichen und Verbindung zur Altstadt
  • Nationaltheater
  • Historische Karawanserei
  • In der Altstadt.
  • Blick von der Festung auf die Stadt und den Hausberg Vodno.
  • Mutter Teresa Gedenkhaus und orthodoxe Kirche

Die letzte Etappe der Reise führt uns wieder durch Serbien und weiter nach Kroatien. Heike möchte auch Belgrad anschauen und so legen wir eine letzte Reisepause an der Donau ein.
Unser erster Eindruck: große Boulevards und viel grün. Die Stadt ist ein Verkehrsknotenpunkt in Südosteuropa, doch die Außenbezirke wirken großzügig und wir nähern uns dem Zentrum mit den fast minütlich verkehrenden öffentlichen Bussen, die kostenlos sind.

  • Kirche des heiligen Sava
  • Größte orthodoxe Kirche Serbiens...
  • ...und des Balkans.
  • Parlamentsgebäude
  • Blick auf die Donau von unserem Übernachtungsplatz.

Im Zentrum herrscht ein bunter Mix an Baustilen, der uns an Bukarest erinnert. Neben Bausünden aus der kommunistischen Zeit hat es viele schöne Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, antike oder mittelalterliche Baudenkmäler gibt es nicht mehr, auch wenn die Stadt eine der ältesten Europas ist. Eine Ausnahme ist die riesige Festungsanlage auf einem Hügel oberhalb des Zusammenflusses von Donau und Sava.

  • Kirche Sv. Petka in der Festung
  • Blick auf den Zusammenfluß von Sava und Donau.

Belgrads Nachtleben gilt als legendär.... wir beschränken unser Abendprogramm auf einen Spaziergang durch eines der Kneipenviertel und ein leckeres traditionelles Abendessen.
Da immer noch Ferienzeit ist und am Autobahngrenzübergang von Serbien nach Kroatien permanent Stau angezeigt wird, nehmen wir die Landstraße mit einem Stopp in Novi Sad, der zweitgrößten Stadt Serbiens.

Wieder in Kroatien passieren wir die Stadt Vukovar, die in 1991 monatelang von der jugoslawischen Armee eingekesselt war nachdem sich Kroatien unabhängig erklärt hatte. Mahnmal und Gedenkstätte ist der Wasserturm voller Einschußlöcher. Auch entlang unserer Strecke gibt es in den Dörfern nach wie vor nicht renovierte Häuser die deutliche Kriegsschäden aufweisen.
Eine Kaffeepause in der Altstadt von Osijek, die in der schön restaurierten Festung liegt, und dann geht es zu unserem letzten Übernachtungsstopp, dem kleinen Weingut Vino Cupen, das wir zu Beginn unserer ersten Balkanrunde entdeckt hatten.

  • Festung mit Altstadt von Osijek
  • Noch ist nich alles renoviert.
  • Katakomben an der Festung.
  • Umgepflügte Tomatenstauden.... wir ernten.
  • Bereit zur Weinlese.

Ein schöner Abschluß einer zwar ungeplanten, aber sehr schönen und abwechslungsreichen Tour durch den Balkan.